Kulturtipps der Theatergemeinden

Wiesbaden

Wagners Ring am Hessischen Staatstheater

Der komplette »Ring« in der Inszenierung des Intendanten des Hessischen Staatstheaters:
Uwe Eric Laufenberg holt seine Interpretation von Richard Wagners Hauptwerk aus Linz nach Wiesbaden. Ob verteilt über die Spielzeit oder in zwei kompletten Zyklen während der Internationalen Maifestspiele, Wagners gewaltige ästhetische und politische Utopie ist das Highlight der Spielzeit 2016/2017 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden.
Die Theatergemeinde Wiesbaden vermittelt dazu Karten.

Foto: Gloria Rehm / © Karl & Monika Forster

München

Andreas Kriegenburg inszeniert Macbeth am Residenztheater

Ausdrucksstark, schillernd, packend: ein weiterer Kriegenburg-Knüller. Macbeth (Thomas Loibl) hat ein perfektes Leben vor sich: Erfolg, Geld, eine verführerische Frau (Sophie von Kessel). Plötzlich ist da der Stachel hemmungsloser Aufstiegsgier, entfacht von einem Hexenorakel, einem Tabledance-Spuk mit Rauschebärten. Warum, denkt er, soll ich mich nicht an die Spitze der Gesellschaft schießen, wenn die Gelegenheit da ist? Die Angst vor der Aktion lähmt ihn, doch dann reißt es ihn zur Tat, in einen Taumel aus Verrat und Blut. Der Schlaf bleibt aus, die Psychose kommt. Seine Lady, manipulative Verführerin und Karriere-Zuchtmeisterin, geht an der Schuld zugrunde. Die egomanische Herrschaft führt in den Nihilismus. Wunderbar die Frau (Hanna Scheibe), die die blutige, archaische Mechanik der (Männer-)Kriege beschwört. Großartig die langsamen Momente und die reduzierten Stilmittel. Die schwankende dunkelgraue Bühnenplatte, die wie zu Stein gewordenes Schicksal die Bühne durchschneidet und Räume schafft, die Schwerter, Lanzen und Blutbeschmierte in grausig schönen Tableaus zeigen: die Erotik der Gewalt. Regiemeister Andreas Kriegenburg („Der Prozess“, „Maria Stuart“, Oper „Die Soldaten“) in Bestform. Karten und weitere Informationen gibt es bei der Theatergemeinde München.
Foto: Sophie von Kessel, Thomas Loibl / © Thomas Dashuber

Köln

Greatest Hits – Kölner Fest für Alte Musik 2017

In der neuen Edition des Kölner Festes für Alte Musik vom 17.3. – 2.4. werden einige der einflussreichsten, bekanntesten und beliebtesten Musikstücke der Historie – eben unsere Greatest Hits – neu betrachtet. Unter dem Licht der historischen Aufführungspraxis wird nach Hintergründen, besonderen Geschichten oder überraschenden Einsichten gefragt. Das Zentrum für Alte Musik Köln, das das Fest ausrichtet meint: „Wir suchen die Wurzeln der mittelalterlichen Carmina burana, die durch Carl Orff zum Welthit wurden. Aber natürlich haben wir auch jene Evergreens des historischen Repertoires im Programm, die bis heute ganz oben auf der Beliebtheitsliste stehen: Vivalidis „Vier Jahreszeiten“, Schumanns „Träumerei“, Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ und Mozarts „Zauberflöte“. Doch versuchen wir, Sie dabei immer wieder mit ungewöhnlichen Zugängen zu überraschen. Zu Vivaldis Meisterwerk wird ein Actionpainter live malen, die „Bilder einer Ausstellung“ erklingen auf einem echten zeitgenössischen Pianoforte aus St. Petersburg und die „Zauberflöte“ gibt es in der Fassung für Harmoniemusik.“ Weitere Informationen finden Sie auf zamus.de oder bei der Kölner Theatergemeinde.

Berlin

„Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter“ von Christoph Marthaler in der Volksbühne

Die Theatergemeinde Berlin empfiehlt allen Theaterfans die neue Inszenierung von Christoph Marthaler: Vor kaum jubiläumswürdigen dreiundzwanzig Jahren erscheinen Christoph Marthaler, Anna Viebrock sowie einige Schweizer Schauspieler und Musiker erstmals am Rosa-Luxemburg-Platz. Dort angekommen verbinden sie sich mit einer Gruppe von Künstlern, die schon längere Zeit vor Ort ist, und an der Volksbühne zuhause. Seitdem hat dieses Ensemble sich immer wieder versammelt. Und verändert. In seltenen Fällen aufgrund höherer Gewalt. Für Marthalers Vorsaison-Happening „Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter“ müssen die Grenzen strenger Wissenschaft als erreicht betrachtet werden. Es zählt allein der Glaube. Und der hängt – wie eigentlich immer – von der Verkettung glücklicher Umstände ab. Und das wäre dann wohl auch der einzig vorstellbare Untertitel des Abends: Eine Verkettung glücklicher Umstände von Christoph Marthaler, Anna Viebrock und Ensemble.
Foto: Ensemble Volksbühne Berlin / © Walter Mair

Hamburg

Das neue Jahr begann in Hamburg aufregend: Am 8. Januar feierte die Hamburgische Staatsoper eine bejubelte Premiere mit Verdis „Otello“ in der Regie von Calixto Bieito, am 14. Januar heimste das Deutsche Schauspielhaus mit „The Who And The What“ von Ayad Akhtar unter der Regie der Hausherrin Karin Beier einen rauschenden Erfolg ein und am 19. Januar zeigte das „Choreographische Zentrum auf Kampnagel | Tanzplan Hamburg“ seine erste Residenzproduktion mit „In the Forest There Is“. Doch das wohl Schillerndste was Hamburg aktuell zu bieten hat ist die am 11. Januar, nach bald 10jähriger Planungs- und Bauzeit, eingeweihte Elbphilharmonie. Die ansonsten so gefassten Hanseaten standen Kopf. Und die Theatergemeinde Hamburg lädt ihre Mitglieder am 11. September zu dem Sonderkonzert „Elbphilharmonie entern!“, einer Exklusivveranstaltung der Theatergemeinde, ein. Wer will da nicht Mitglied werden?