München

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Andreas Kriegenburg inszeniert Macbeth am Residenztheater

Ausdrucksstark, schillernd, packend: ein weiterer Kriegenburg-Knüller. Macbeth (Thomas Loibl) hat ein perfektes Leben vor sich: Erfolg, Geld, eine verführerische Frau (Sophie von Kessel). Plötzlich ist da der Stachel hemmungsloser Aufstiegsgier, entfacht von einem Hexenorakel, einem Tabledance-Spuk mit Rauschebärten. Warum, denkt er, soll ich mich nicht an die Spitze der Gesellschaft schießen, wenn die Gelegenheit da ist? Die Angst vor der Aktion lähmt ihn, doch dann reißt es ihn zur Tat, in einen Taumel aus Verrat und Blut. Der Schlaf bleibt aus, die Psychose kommt. Seine Lady, manipulative Verführerin und Karriere-Zuchtmeisterin, geht an der Schuld zugrunde. Die egomanische Herrschaft führt in den Nihilismus. Wunderbar die Frau (Hanna Scheibe), die die blutige, archaische Mechanik der (Männer-)Kriege beschwört. Großartig die langsamen Momente und die reduzierten Stilmittel. Die schwankende dunkelgraue Bühnenplatte, die wie zu Stein gewordenes Schicksal die Bühne durchschneidet und Räume schafft, die Schwerter, Lanzen und Blutbeschmierte in grausig schönen Tableaus zeigen: die Erotik der Gewalt. Regiemeister Andreas Kriegenburg („Der Prozess“, „Maria Stuart“, Oper „Die Soldaten“) in Bestform. Karten und weitere Informationen gibt es bei der Theatergemeinde München.
Foto: Sophie von Kessel, Thomas Loibl / © Thomas Dashuber