„Der Hauptmann von Köpenick“ im Deutschen Theater Berlin

Der Hauptmann

Berlin

Der Hauptmann von Köpenick“ im Deutschen Theater Berlin

Um sich nach verbüßter Haft wegen Urkundenfälschung wieder in Berlin niederlassen zu können, braucht der Schuster Voigt einen Pass und eine Aufenthaltsgenehmigung. Die kriegt er allerdings nur, wenn er eine Arbeit nachweisen kann. Aber ohne Pass gibt ihm die niemand. In Carl Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“ kriegt der kleine Mann mal wieder ordentlich auf den Deckel. Zwar ist die Zeit heute eine andere, aber für Menschen aus prekären Verhältnissen sieht die Lage ähnlich unrosig aus wie beim berühmten Schuster. Wohl auch deshalb lässt Regisseur Jan Bosse am Deutschen Theater seinen Hauptdarsteller Milan Peschel anfangs über die leere Bühne in ein sehr zeitloses Berlin stapfen. Dank Milan Peschel bleibt man gebannt dran an der schiefen Schuster-Bahn, die weit mehr tragische als komische Töne hat. Großartig, wie der Streuner mit seiner Kleinbürger-Schwester Marie (Katrin Wichmann) und ihrem Spießer-Gatten (Felix Goeser) zusammentrifft, die das pure Angekommensein in der eigenen Existenz verkörpern. Alles, was Voigt verwehrt bleibt.

Karten für die Vorstellungen am 01.10, 07.10, 20.10.2018 über die TheaterGemeinde Berlin
Foto: drama-berlin.de