Kulturtipps der Theatergemeinden

Metropole Ruhr

Ein kritisches Plädoyer für Europa

Mit einer deutschen Erstaufführung startete das Schauspiel Essen im Grillo-Theater in seine neue Saison, für weitere Vorstellungen sind Karten über die Theatergemeinde metropole ruhr erhältlich. Brüssel ist der Schauplatz des Geschehens. Hier spielt Robert Menasses Roman „Die Hauptstadt“, für den der österreichische Schriftsteller 2017 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer hat auf dieser Grundlage eine Bühnenfassung erstellt, die einen spannenden, unterhaltsamen und zugleich bissigen Blick auf ein Europa wirft, dessen Zusammenhalt Menasse durch nationalistische Bestrebungen ernsthaft gefährdet sieht.

Virtuos verknüpft Menasse zahlreiche Biografien zu einem Reigen über Schuld und Ideale, Politik und Geschichte, Bürokratie und Lobbyismus, Sehnsucht und Tod. Dabei gelingt ihm ein ebenso leidenschaftliches wie kritisches Plädoyer für Europa und gegen das leichtfertige Aufgeben gemeinsam erzielter Errungenschaften.

Szenenfoto: Martin Kaufhold

Bonn

Malentes Theater Palast als 14. Theater Bonns eröffnet

Am 20. September war es so weit: Die deutschlandweit bekannte „Familie Malente“, die viele Fans in ganz Deutschland hat, eröffnete in Bonn mit der Show „Mit 17 hat man noch Träume“ über die bunten 1960er Jahre ihr neues Zuhause, ein belgisches Spiegelzelt von 1935, Malentes Theaterpalast. Hier wird zukünftig für bis zu 199 Personen sechs mal pro Woche musikalisches Unterhaltungstheater in nostalgischem Ambiente geboten: Revuen, Shows, Musicals, entstaubte Operette und Gaststars. Dem ohnehin schon großen Theaterangebot in Bonn wurde eine neue Facette hinzufügt. Und natürlich sind von Beginn an alle Stücke auch in den zahlreichen Abos der Theatergemeinde Bonn vertreten.

Unter www.tg-bonn.de  finden Sie das gesamte Angebot. Oder Sie rufen an (0228 91 50 30) und lassen sich den umfangreichen Spielzeitführer kostenfrei zusenden.

Foto: Familie Malente

Berlin

Der Hauptmann von Köpenick“ im Deutschen Theater Berlin

Um sich nach verbüßter Haft wegen Urkundenfälschung wieder in Berlin niederlassen zu können, braucht der Schuster Voigt einen Pass und eine Aufenthaltsgenehmigung. Die kriegt er allerdings nur, wenn er eine Arbeit nachweisen kann. Aber ohne Pass gibt ihm die niemand. In Carl Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“ kriegt der kleine Mann mal wieder ordentlich auf den Deckel. Zwar ist die Zeit heute eine andere, aber für Menschen aus prekären Verhältnissen sieht die Lage ähnlich unrosig aus wie beim berühmten Schuster. Wohl auch deshalb lässt Regisseur Jan Bosse am Deutschen Theater seinen Hauptdarsteller Milan Peschel anfangs über die leere Bühne in ein sehr zeitloses Berlin stapfen. Dank Milan Peschel bleibt man gebannt dran an der schiefen Schuster-Bahn, die weit mehr tragische als komische Töne hat. Großartig, wie der Streuner mit seiner Kleinbürger-Schwester Marie (Katrin Wichmann) und ihrem Spießer-Gatten (Felix Goeser) zusammentrifft, die das pure Angekommensein in der eigenen Existenz verkörpern. Alles, was Voigt verwehrt bleibt.

Karten für die Vorstellungen am 01.10, 07.10, 20.10.2018 über die TheaterGemeinde Berlin
Foto: drama-berlin.de

München

100. Geburtstag

In der kommenden Spielzeit 2018/19 feiert die Theatergemeinde München ihren 100. Geburtstag. 1919 im Zuge der christlichen Arbeiterbewegung gegründet, wurde die Theatergemeinde vom NS-Regime aufgelöst.1945 fand die Neugründung unter Jakob Baumann statt, der den Verein in eine Blütezeit mit zeitweise über 60.000 Teilnehmern führte. Viele Eigenveranstaltungen, Eigeninszenierungen, rauschende Faschingsbälle sowie kulturpolitisches Engagement zeichneten die Organisation aus. Bis heute ist der Verein in München eine wichtige Größe im Kulturleben der Stadt. Die Theatergemeinde feiert Ihr Jubiläum unter dem Motto „Das Überraschende macht Glück“, einem Zitat aus Don Carlos von Friedrich Schiller. Programm-Höhepunkte im Jubiläumsjahr sind ein Opernbesuch mit anschließendem Empfang sowie ein Faschingskonzert der CubaBoarischen mit anschließendem Festakt im Prinzregententheater. Außerdem gibt es eine Weihnachtslesung mit Gerhard Polt, ein Familienkonzert mit dem Percussion-Duo Double Drums, ein Konzert mit Maria und Matthias Well und ein großes Tanzfest im Hofbräuhaus.

Link: https://www.theage-muenchen.de/100-jahre-theatergemeinde.html

HAMBURG

Elbphilharmonie-Konzerte für Abonnent*innen der Theatergemeinde

Seit Eröffnung im Januar 2017 ist die Nachfrage nach Tickets für Konzerte in Hamburgs neuem Kulturtempel gleichbleibend hoch. Aus diesem Grund veranstaltet die TheaterGemeinde Hamburg am 16.10.2018 erneut ein Konzert in der Elbphilharmonie: Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen.

Anreisen wird das exquisite Kammerorchester mit seinem „Artistic Best Friend“, dem jungen finnischen Geiger und Dirigenten Pekka Kuusisto, der ein beziehungsreiches Programm von der frühen englischen Barockmusik bis ins 20. Jahrhundert zusammengestellt hat. In seinem Arrangement von William Byrds „Sanctus“ wird die weltweit gefeierte junge Sopranistin Anna Lucia Richter ihre strahlende Stimme erheben.

Karten über die TheaterGemeinde Hamburg

Foto: Matthias Baus

Wiesbaden

Es ist wieder soweit, die WIESBADEN BIENNALE ist zurück!

Im schönsten Spätsommer, vom 23.08. bis 02.09.2018 wird sie Wiesbaden und die Rhein-Main-Region in ein flirrendes, wildes HINTERLAND mitten in Europa verwandeln. Internationale Künstler*innen entwickeln neue Arbeiten vor Ort, intervenieren in den öffentlichen Raum und besetzen die leerstehende CityPassage. Dazu gibt es natürlich wieder Gastspiele und ein Festivalzentrum unter freiem Himmel. Karten gibt es über die Theatergemeinde Wiesbaden. Mehr Informationen zu den Veranstaltungen im Rahmen der WIESBADEN BIENNALE unter https://www.facebook.com/wiesbadenbiennale/

Foto: Simon Hegenberg