Kulturtipps der Theatergemeinden

München

Thomas Mann und seine besondere Liebe zu Richard Wagner

Tagesfahrt der Theatergemeinde München zu den Pollinger Tagen für Alte und Neue Musik: Konzert, Podiumsdiskussion und Sonderausstellung

Thomas Mann war mit Polling bei Weilheim eng verbunden, da seine Mutter dort ihren Lebensabend verbrachte. Es bietet sich deshalb an, während der Tage für Alte und Neue Musik in Polling den Talk- und Tastentag auf Thomas Mann und seine besondere Liebe zur Musik Wagners auszurichten. Der schöne Bibliotheksaal des ehemaligen Klosters Polling im Stil des späten Rokoko ist daher der ideale Veranstaltungsort für die kundig ausgewählte Mischung von Musik und Diskussionen, die zum Verständnis von Leben und Werk von Thomas Mann und Richard Wagner beitragen. Da „die Passion für Wagners zaubervoller Werk mein Leben begleitet“, wie Thomas Mann schrieb, sind die zwei Konzerte des Tagesausflugs vor allem von Werken Richard Wagners geprägt. Alles zum genauen Programmablauf und zur Bestellung finden Sie hier.

Foto: Theatergemeinde München

Wiesbaden

Jephtha. Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich Händel

Eine archaische Geschichte über Liebe und Krieg, Macht und fatalen Gottesglauben: Georg Friedrich Händel zeichnete in seinem dramatischen letzten Oratorium den alttestamentarischen Stoff um den Kriegsherrn Jephtha nach. Um siegreich aus einem Feldzug hervorzugehen gelobt dieser, den ersten Menschen zu opfern, der ihn bei seiner Heimkehr begrüßen wird. Es trifft seine Tochter, und Jephtha steht vor der Entscheidung: Religion oder Menschlichkeit? Am Ende seines Lebens schuf Händel noch einmal eindringliche, tief berührende Musik mit gewaltigen Chören.

Karten über die Theatergemeinde Wiesbaden

Foto: Karl & Monika Forster

Köln

„Krieg und Frieden“ – Kölner Fest für Alte Musik vom 10. bis 25. März 2018

Auch in diesem Jahr bietet das Fest wieder ein spannendes Programm für Fans der Alten Musik und des Originalklangs, mit namhaften Künstlern. Das noch junge Festival der Kölner Alten Musik-Szene hat sich in den letzten Jahren durch ebenso spektakuläre wie experimentelle Formate einen festen Platz als Kreativplattform im Kölner Stadtraum erobert. Originalklang von Mittelalter bis in die Moderne soll aktuell, relevant und unterhaltend auch neuen Publikumsschichten erfahrbar gemacht werden. Brechungen und unorthodoxe Experimente bieten Diskussionsstoff und kreative Reibung für neugierige Musikfans und Experten und bereichern die Festivalszene um eine starke Farbe. Karten sind erhältlich über die Theatergemeinde Köln.

Foto: Jamie Wagg

Metropole Ruhr

Das GELBE vom Ei

Auch in diesem Jahr bieten wir im Frühjahr noch ein kleines – aber feines – Kurz-Abonnement an: „Das GELBE vom Ei“ umfasst die Oper „La Traviata“ im Aalto-Theater, das Schauspiel „Willkommen“ im Grillo-Theater sowie die Komödie „Sommerabend“ im Theater im Rathaus. Statt Blumenstrauß und Schokoladenhasen ist das kleine Abonnement zum Preis von 55 € (JTG 41 €) ein nettes Geschenk im Osternest. Oder Sie machen sich selber eine Freude und genießen die schönen Vorstellungen. Das ist auch eine gute Möglichkeit, uns und unseren Service kennenzulernen, bevor die neue Spielzeit losgeht. Weitere Informationen auf unserer Internetseite www.theatergemeinde-metropole-ruhr.de

Foto: Theatergemeinde Metropole Ruhr

Bonn

Theaterspaziergang 2018

Er ist schon etwas ganz Besonderes, der Theaterspaziergang der Theatergemeinde Bonn zum Welttheatertag (27.03.). In diesem Jahr findet er nun schon zum 18. Mal am Vortag, dem 26.03. statt.

Ca. 40 Personen besuchen dann mehr als ein Dutzend Theater – von der Oper bis zum Zimmertheater mit 28 Plätzen -, treffen die Theaterleitungen der Theater und erleben mindestens 12 Stunden beste Unterhaltung und Information.

Der Tag ist durchaus anstrengend, obwohl die größeren Entfernungen mit einem gecharterten Bus zurückgelegt werden. Zur Stärkung gibt es einen Mittagsimbiss und Kaffee- und Teepausen – ebenfalls in den Theatern. Start ist morgens um 9 Uhr, traditionell mit dem Besuch der Werkstätten von Theater Bonn, das offizielle Ende ist gegen 21 Uhr bei einem Umtrunk im Bistro Schumann’s, in dessen Keller sich das Zimmertheater Die Pathologie befindet. Und sicher ist: Bei Ihren nächsten Theaterbesuchen werden die TeilnehmerInnen manches mit anderen Augen sehen …

Foto: Franz Fischer

Darmstadt

Simon Boccanegra.

„Not und Angst und Nacht sind eure Herren. Die sondern euch, die treiben euch mit Schlägen aneinander.“ (Friedrich Hölderlin) Simon Boccanegra soll zum ersten Dogen Genuas ernannt werden. Er hofft, nach seiner Wahl Fiescos Tochter, Maria, heiraten zu dürfen, die gerade eine gemeinsame Tochter zur Welt brachte. Doch Liebe und Macht scheinen auch diesmal unvereinbar: Boccanegra bleibt nur Schicksalsschlägen und Machtspielen ausgesetzt. Persönliche Konflikte sind von politischen längst nicht mehr zu unterscheiden. Erst nach vielen Jahren offenbaren alle Fäden ihren Ursprung, als es bereits fast zu spät ist: Boccanegra erkennt seine Tochter, Amelia, wieder. Von einem Giftanschlag geschwächt, klaren nun vor seinen Augen die Umstände auf, weitere Geister der Vergangenheit enthüllen ihr wahres Gesicht.

Karten sind über den Theaterring Darmstadt erhältlich.

Foto: Martin Sigmund

Hamburg

Lulu. Von Alban Berg.

Die Staatsoper Hamburg nimmt ihre Inszenierung von „Lulu“ in der Regie von Christoph Marthaler wieder auf – die Inszenierung, in der Barbara Hannigan nicht nur atemberaubend singt, sondern ihre Interpretation der Lulu auch spielerisch umwerfend auf die Bühne zaubert. Für die Hamburger Inszenierung der „Lulu“ erhielt Christoph Marthaler den Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie Regie Musiktheater – voll und ganz verdient.

Fast ohne Änderungen hält Alban Berg in seiner Oper am Wortlaut von Frank Wedekinds Dramen „Erdgeist“ und „Die Büchse der Pandora“ fest. Fertiggestellt wurde das Werk von Friedrich Cerha, da Berg vor Vollendung des dritten Akts an einer Blutvergiftung starb. Die Geschichte von Lulu, der Femme Fatale, sorgte in der aktuellen Hamburger Marthaler-Inszenierung für ausverkaufte Vorstellungen.

Die nächsten Vorstellungstermine sind 27. und 30. Januar sowie 8. Februar 2018. Karten sind erhältlich über die TheaterGemeinde Hamburg.

Foto: Monika Rittershaus

Ludwigshafen

Werther!

Aus dem ursprünglichen Titel von Goethes berühmtem Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ wird in dieser spektakulären Neufassung einfach „Werther!“. Die Aufführung, die am Montag, 29.1. um 19.30 Uhr und am Dienstag, 30.1.2018 um 11.00 Uhr in den Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen gastiert, genießt nach zahlreichen Tourneen im In- und Ausland Kultstatus.

Regisseur Nicolas Stemann und der grandiose Darsteller Philipp Hochmair holen Goethes erfolgreiches Werk, in dem der angehende Jurist Werther über seine unglückliche Liebe zu seiner Angebeteten Lotte berichtet, radikal in die Moderne. Werther schreit in einem atemlosen Monolog exzessiv seine Sehnsucht und Verzweiflung ins Publikum, schwankt zwischen glücklich-beseelter Verliebtheit und abgründiger Depression. Man erlebt eine Aufführung, die in ihrer Mischung aus Lesung, Monodram und Performance vollkommen gegenwärtig wirkt und das Bild eines selbstzerstörerischen, innerlich zerrissenen Liebeskranken vermittelt.

Karten über die Theatergemeinde Ludwigshafen

Foto: Heike Blenk

Bonn

Bestandsaufnahme Gurlitt. Der NS-Kunstraub und die Folgen. (Bis 11.03.18)

2014 verstarb der Kunstsammler Cornelius Gurlitt und hinterließ eine mehr als 1.500 Werke umfassende Kunstsammlung, die während der Zeit des Nationalsozialismus, von seinem Vater, dem Kunsthändler Hildebrand Gurlitt im Auftrag des Regimes zusammengetragen wurde. Heute ist die Sammlung im Besitz des Kunstmuseums Bern, das zeitgleich mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn je eine Werkauswahl präsentiert.

Die Ausstellung in Bonn umfasst 250 hochrangige Werke, die verfolgungsbedingt entzogen wurden, bzw. Werke, deren Herkunft noch nicht geklärt werden konnte. Zudem werden die historischen Geschehnisse des Kunstraubs verdeutlicht und einige der verfolgten Kunstsammler vorgestellt. Auch viele bis heute ungeklärte Fragen, nicht zuletzt zum Thema Rückgabe bzw. Restitution, werden erläutert.

Die Theatergemeinde Bonn bietet am 20.01.18 und am 17.02.18 Führungen an.

Foto: David Ertl

Cottbus

Beeindruckender „Onkel Wanja“

Am 4. November hatte am Staatstheater Cottbus Anton Tschechows „Onkel Wanja“ Premiere. Dazu erschien am folgenden Tag in nachtkritik.de von Frank Starke ein hier stark gekürzter Beitrag. Es handelt sich um die erste Regiearbeit des neuen Schauspieldirektors Jo Fabian mit Cottbuser Schauspielern, die von den Theaterenthusiasten mit großer Spannung erwartet wurde.

„Man klammert sich dabei nicht an den Text, sondern spielt vielmehr ein Nachdenken über das Stück, mit einer überaus vitalen, frischen, mal ironischen, mal witzigen Sicht auf die Vorlage und ihre Figuren. (…) Dabei findet Fabian beeindruckende Lösungen, um die Langeweile, den Leerlauf auf dem alten Gut in den Weiten Russlands greifbar zu machen. (…) Am Ende viel Beifall für eine bemerkenswert-lustvolle Inszenierung mit einer Wundertüte voller szenischer Einfälle.“

Karten sind erhältlich über die Theatergemeinde Cottbus.

Foto: Marlies Kross