Kulturtipps der Theatergemeinden

Berlin

Neuköllner Oper: La BETTLEROPERa

Die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht mit Kurt Weills Musik ist ein Dauerbrenner auf deutschen Bühnen. Sehr viel weniger bekannt ist das Stück, auf das sie zurückgeht: Die „Beggar’s Opera“ von John Gay (Text) und Christoph Pepusch (Musik), 1728 in London uraufgeführt. Sie ist selten zu hören, jetzt endlich wieder in der Neuköllner Oper unter dem Titel „La BETTLEROPERa“ (ab 19.10.17). Natürlich nicht in der Originalfassung, denn schon die lädt ja dazu ein, das Stück zu bearbeiten. Aber auch hier ist die Story im Diebes- und Hehlermilieu angesiedelt. Moritz Eggert hat dafür völlig neue Musik komponiert: 14 instrumentale Passagen, 30 Songs, Duette und Ensembles. Beteiligt sind die italienische Kompagnie Balletto Civile und das Musikerensemble Freiraum Syndikat aus Leipzig, die auf Blockflöte, E-Gitarre, Cello, Schreibmaschine und Waschbrettern spielen. Kurt Weill wäre wohl entzückt. Die Produktion ist auch bereits zum Kurt Weill Fest 2018 nach Dessau eingeladen.

Karten sind erhältlich über die TheaterGemeinde Berlin.

Foto: Matthias Heyde

Köln

Märchenhafter Oman – Das Königliche Opernhaus von Maskat

Goldgelbe Bergketten, spektakuläre Wüstenlandschaften, orientalische Souks und Begegnungen mit phänomenal freundlichen Menschen: kommen Sie mit auf eine Reise durch 1001 Nacht!

Der Oman verfügt über mehr als 1.700 km Küste und das beeindruckende Hajjar-Gebirge. Landschaft, Geschichte und Tradition unterscheiden sich von Region zu Region. Zur Reisezeit erwarten Sie sommerliche 22-26 Grad.  Am 20. Februar Abflug von Frankfurt. Ihr Hotel ist das direkt am Meer gelegene Luxus-Hotel „Grand Hyatt“. Mittwochs Besuch der Hauptstadt Nizwa. Der Donnerstag widmet sich der Geschichte – Besuch des Bait Al Zubair Museums mit großer Sammlung ethnologischer Exponate und des ältesten Markt Omans. Abends Besuch von Bellinis „Norma“ im prachtvollen Royal Opera House von Maskat. Freitags geht es in die Wüste – mit Übernachtung im luxuriösen Wüstencamp. Abreise nach Deutschland am Freitag.

Nähere Informationen und Anmeldung über die Theatergemeinde Köln.

Foto: Oman | CC BY-SA 3.0 | Foto: D703tg

Wiesbaden

Schönerland. Oper in 10 Bildern

Was kann eine europäische Kunstform über die Suche nach einer neuen Heimat erzählen? Der junge dänisch-deutsche Komponist Søren Nils Eichberg (*1973) stößt in seiner Auftragskomposition eine mal emotional geladene, mal augenzwinkernde Reflexion über die Kraft der Oper an. »Schönerland« handelt von der Suche nach Verstehen und Verständnis des Fremden – in beide Richtungen. „Wo es bei den Opernchoristen ›nur‹ um einen Job geht, geht es für die echten Flüchtlinge um Leben und Tod. So arbeitet sich Søren Nils Eichberg in zehn Bildern an dem Zynismus des Themas ›Flucht‹ ab. Er schafft eine packende Klangsprache dazu, die irgendwo zwischen abstrakten Mehrklängen, klassischer Fuge und poppigen Rhythmen angesiedelt ist. Und das Hessische Staatsorchester Wiesbaden bringt das alles unter Dirigent Albert Horne wunderbar flexibel zur Hörsicht.“ (Die Deutsche Bühne, Ursula Böhmer, 18.09.2017) Die Oper ist ein Auftragswerk des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden; Karten sind über die Theatergemeinde Wiesbaden erhältlich.

Foto: Karl & Monika Forster

Hamburg

KulturVorteil Begegnungen

Mit ihrem Angebot des KulturVorteils gibt die TheaterGemeinde Hamburg ihren Abonnent*innen die Möglichkeit, nicht nur einfach und problemlos Veranstaltungen in Theater, Oper, Konzert oder Ballett zu besuchen – zusätzlich bietet die TheaterGemeinde Hamburg ein Angebot von Vergünstigungen, Verlosungen und Gutscheinen in Zusammenarbeit mit zahlreichen Hamburger Kultureinrichtungen an. Und: Die TheaterGemeinde Hamburg veranstaltet darüber hinaus exklusive Abende ausschließlich für ihre Abonnent*innen. Am 06. November ist es wieder soweit: Die Off-Bühne Hamburger Sprechwerk stellt sich und ihre Künstler*innen vor und zeigt Ausschnitte aus dem Theaterstück „Touched“ von Denise Stellmann, der Musikkabarett-Show „Teilzeitrebellin“, dem aktuellen Bühnenprogramm der Impro-Künster „Die Zuckerschweine“ sowie der Choreographie „Das Rauschen“, vorgestellt von Tänzerinnen und Tänzer der „Contemporary Dance School Hamburg“.

Ein exklusiver Abend für die Abonnent*innen der TheaterGemeinde Hamburg.

Foto: Die Zuckerschweine

Köln

Tod eines Handlungsreisenden

Die Erfolgsinszenierung aus der Saison 16/17 kehrt zurück.
Willy Loman ist ein gebrochener Mann. Zeit seines Lebens hat er an den amerikanischen Traum vom großen Geld geglaubt, an die Geschichte von Aufstieg und Erfolg. Jetzt ist er müde, kann eigentlich nicht mehr, sein Job ist miserabel bezahlt, die Schulden häufen sich, er begeht mehrfach Selbstmordversuche, hört Stimmen, spricht mit Menschen, die nicht da sind. Und der Konflikt mit seinen Söhnen, die den Vater in den Wahnsinn taumeln sehen, verschärft sich und wird schließlich unüberbrückbar. Hausregisseur Rafael Sanchez inszeniert die tragische Geschichte eines Mannes, der vom Schrecken überwältigt ist und „in die Leere hinein um Hilfe ruft, die niemals kommen wird.“ (Arthur Miller)
Besonders beeindruckend Hauptdarsteller Martin Reinke, dessen überragendes Spiel vom Premierenpublikum mit Standing Ovations belohnt wurde.
Die Theatergemeinde Köln vermittelt gerne Karten für alle TG-Mitglieder.

Hamburg

Elbphilharmonie entern!

Der neue Konzertsaal in Hamburg hat eingeschlagen „wie eine Bombe“ und entsprechende Verwüstungen verursacht: Mit der Eröffnung der Elbphilharmonie ist ein „run“ auf die dortigen Konzerte ausgebrochen, dass man sich verwundert die Augen reibt. War da was? Krise bei klassischen Musik? Silbersee im Zuschauerraum? Nachwuchsprobleme beim Publikum?

Da es nicht ansatzweise ausreichend Plätze für die immense Nachfrage nach Konzerten in der Elbphilharmonie gibt, hat die TheaterGemeinde Hamburg sich sehr frühzeitig vorgenommen, aus der Not eine Tugend zu machen, und veranstaltete am 11.09.2017 kurzerhand ein Konzert ausschließlich für die Abonnent*innen der TheaterGemeinde.

Das Orchester des Abends, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen gehört mittlerweile zu einem der weltweit führenden Orchester überhaupt. Dirigentin war die Mexikanerin Alondra de la Parra, die mittlerweile in New York lebt. Der Solist des Abends für Beethovens Klavierkonzert war der britische Pianist Paul Lewis. Ein exklusiver Abend der TheaterGemeinde Hamburg.

Foto: Martin Bieling

Wiesbaden

Wagners Ring am Hessischen Staatstheater

Der komplette »Ring« in der Inszenierung des Intendanten des Hessischen Staatstheaters:
Uwe Eric Laufenberg holt seine Interpretation von Richard Wagners Hauptwerk aus Linz nach Wiesbaden. Ob verteilt über die Spielzeit oder in zwei kompletten Zyklen während der Internationalen Maifestspiele, Wagners gewaltige ästhetische und politische Utopie ist das Highlight der Spielzeit 2016/2017 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden.
Die Theatergemeinde Wiesbaden vermittelt dazu Karten.

Foto: Gloria Rehm / © Karl & Monika Forster

München

Andreas Kriegenburg inszeniert Macbeth am Residenztheater

Ausdrucksstark, schillernd, packend: ein weiterer Kriegenburg-Knüller. Macbeth (Thomas Loibl) hat ein perfektes Leben vor sich: Erfolg, Geld, eine verführerische Frau (Sophie von Kessel). Plötzlich ist da der Stachel hemmungsloser Aufstiegsgier, entfacht von einem Hexenorakel, einem Tabledance-Spuk mit Rauschebärten. Warum, denkt er, soll ich mich nicht an die Spitze der Gesellschaft schießen, wenn die Gelegenheit da ist? Die Angst vor der Aktion lähmt ihn, doch dann reißt es ihn zur Tat, in einen Taumel aus Verrat und Blut. Der Schlaf bleibt aus, die Psychose kommt. Seine Lady, manipulative Verführerin und Karriere-Zuchtmeisterin, geht an der Schuld zugrunde. Die egomanische Herrschaft führt in den Nihilismus. Wunderbar die Frau (Hanna Scheibe), die die blutige, archaische Mechanik der (Männer-)Kriege beschwört. Großartig die langsamen Momente und die reduzierten Stilmittel. Die schwankende dunkelgraue Bühnenplatte, die wie zu Stein gewordenes Schicksal die Bühne durchschneidet und Räume schafft, die Schwerter, Lanzen und Blutbeschmierte in grausig schönen Tableaus zeigen: die Erotik der Gewalt. Regiemeister Andreas Kriegenburg („Der Prozess“, „Maria Stuart“, Oper „Die Soldaten“) in Bestform. Karten und weitere Informationen gibt es bei der Theatergemeinde München.
Foto: Sophie von Kessel, Thomas Loibl / © Thomas Dashuber

Berlin

„Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter“ von Christoph Marthaler in der Volksbühne

Die Theatergemeinde Berlin empfiehlt allen Theaterfans die neue Inszenierung von Christoph Marthaler: Vor kaum jubiläumswürdigen dreiundzwanzig Jahren erscheinen Christoph Marthaler, Anna Viebrock sowie einige Schweizer Schauspieler und Musiker erstmals am Rosa-Luxemburg-Platz. Dort angekommen verbinden sie sich mit einer Gruppe von Künstlern, die schon längere Zeit vor Ort ist, und an der Volksbühne zuhause. Seitdem hat dieses Ensemble sich immer wieder versammelt. Und verändert. In seltenen Fällen aufgrund höherer Gewalt. Für Marthalers Vorsaison-Happening „Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter“ müssen die Grenzen strenger Wissenschaft als erreicht betrachtet werden. Es zählt allein der Glaube. Und der hängt – wie eigentlich immer – von der Verkettung glücklicher Umstände ab. Und das wäre dann wohl auch der einzig vorstellbare Untertitel des Abends: Eine Verkettung glücklicher Umstände von Christoph Marthaler, Anna Viebrock und Ensemble.
Foto: Ensemble Volksbühne Berlin / © Walter Mair